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Medical

Spiroergometrie in der Kardiologie

Wenn der Ruhebefund die Belastungssymptome nicht erklärt, verschiebt die Spiroergometrie die Frage von der Ruhe in die Belastung. Sie objektiviert das kardiozirkulatorische Leistungsvermögen und unterstützt Sie bei der Bestätigung einer Diagnosevermutung.

Fragestellungen

  • 01

    Limitierung zuordnen

    Das Atemgasmuster unter Belastung trennt kardiozirkulatorische, ventilatorische, pulmonalvaskuläre und periphere Limitierung. Auch der Trainingszustand wird als Ursache prüfbar.

  • 02

    Schweregrad und Prognose objektivieren

    Die maximale Sauerstoffaufnahme ist ein etablierter Marker für Schweregrad und Prognose. Der gemessene Wert stützt die Risikoabschätzung und macht Entscheidungen über die weitere Behandlung nachvollziehbar.

  • 03

    Ventilationsmuster erfassen

    Oszillierende Ventilationsmuster im Belastungsverlauf sind prognostisch relevant und im Einzelbild leicht zu übersehen. Die Auswertung erkennt sie im Kurvenverlauf automatisch und markiert sie für die Befundung.

  • 04

    Therapiekontrolle im Verlauf

    Wiederholte Messungen mit derselben Methodik zeigen, ob eine Behandlung das Leistungsvermögen verändert hat. Verlaufsansichten stellen die Messungen direkt nebeneinander und machen die Entwicklung sichtbar.

Parameter

Peak V̇O₂
Höchste im Belastungstest gemessene Sauerstoffaufnahme, absolut oder auf das Körpergewicht bezogen.
V̇E/V̇CO₂-Slope
Steigung der Beziehung zwischen Atemminutenvolumen und CO₂-Abgabe über den Belastungsverlauf.
V̇O₂/P-Slope (ΔV̇O₂/ΔWR)
Anstieg der Sauerstoffaufnahme pro Watt Leistungszunahme, bestimmt über den Belastungsverlauf im Rampen- oder Stufenprotokoll.
OUES
Oxygen Uptake Efficiency Slope: Beziehung zwischen Sauerstoffaufnahme und logarithmiertem Atemminutenvolumen, auch aus submaximalen Tests bestimmbar.
O2-Puls
Sauerstoffaufnahme pro Herzschlag, berechnet aus Sauerstoffaufnahme und Herzfrequenz.
VT1
Erste ventilatorische Schwelle: ab hier steigt die CO₂-Abgabe überproportional zur Sauerstoffaufnahme.
PETCO2
Endexspiratorischer CO2-Partialdruck, am Ende jedes Atemzugs gemessen.

Betrieb und Integration

Die Messung fügt sich in die vorhandene EKG-Infrastruktur ein. Die Schnittstelle zu custo med arbeitet bidirektional mit synchronisiertem Cursor, und Fremd-EKGs unter anderem von Schiller, GE, Micromed, AmedTec, Spacelabs Healthcare, Norav und Welch Allyn lassen sich anbinden.

Mehr als 40 Ergometer und Laufbänder sind anbindbar, und für die Übergabe an Klinik- und Praxissysteme steht eine HL7-Schnittstelle als Softwareoption zur Verfügung.

Der Messumfang lässt sich im selben Test erweitern, zum Beispiel um Impedanzkardiographie, kontinuierlichen Blutdruck, SpO2 oder ein 12-Kanal-EKG.

Die Gaskalibrierung ist einmal im Monat fällig, die wiederverwendbare Volumenturbine täglich, und Einweg-Turbinen kommen ganz ohne Kalibrierung aus.

Benutzt von

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