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29. Juli 2026

Neue Studien mit CORTEX-Systemen: Höhentraining, Laufbelastung, Testen unter Last

Forschung

Neue Studien mit CORTEX-Systemen: Höhentraining, Laufbelastung, Testen unter Last

In drei neu erschienenen Arbeiten wurde mit METAMAX® 3B und METALYZER® 3B gemessen, jeweils außerhalb der bequemen Laborsituation: im Höhenhaus, auf der Bergstraße und auf dem Laufband mit 12,6 Kilogramm auf dem Rücken.

Im Labor ist Spiroergometrie Routine. Interessant wird es, sobald die Bedingungen nicht mehr stimmen: dünne Luft, unebener Untergrund, Gepäck auf dem Rücken. Genau dorthin gehen drei Arbeiten, die in den vergangenen Wochen erschienen sind. Sie stellen unterschiedliche Fragen, teilen sich aber ein Problem.

Ein Höhenlager wirkt nicht bei allen gleich

Ein dreiwöchiges Höhenlager bindet Zeit, Geld und Regenerationsreserven. Bei der Hälfte der untersuchten Athletinnen und Athleten veränderte sich die gemessene V̇O₂max kaum.

Ein Team um Simon Klügel hat 15 Kaderathletinnen und -athleten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes durch ein Lager nach dem Prinzip Live High, Train Low begleitet, mit einem Rampentest am METALYZER® 3B-R2 jeweils eine Woche vor und nach dem Aufenthalt. Im Mittel stieg die V̇O₂max um 2,1 ml·kg⁻¹·min⁻¹, gut drei Prozent. Dieser Mittelwert verdeckt zwei Gruppen: plus 3,5 bei den High-Respondern, plus 0,6 bei den Low-Respondern, im Einzelfall bis hinunter zu minus 1,7. Drei Athleten konnten den Nachtest wegen Verletzung oder Krankheit nicht absolvieren.

Für die Autoren liegt der eigentliche Befund darin, dass die Spaltung mit dem Ausgangsblutbild zusammenhing und nicht mit Trainingsbelastung, Geschlecht oder Disziplin. Ein Monozytenanteil über zehn Prozent fand sich in dieser Stichprobe fast ausschließlich bei den High-Respondern, ein Neutrophilenanteil über 50 Prozent ausschließlich bei den Low-Respondern. Auch die drei Ausfälle passten in dieses Muster.

Dass Blutwerte damit die Leistungsdiagnostik ersetzen könnten, schließen die Autoren ausdrücklich nicht. Sie schlagen vor, beides zusammenzuführen. Der Grund steckt in der Konstruktion der Studie selbst: Wer als Responder gilt, ergibt sich ausschließlich aus der gemessenen Veränderung der V̇O₂max. Ohne die Rampentests vor und nach dem Lager gäbe es keine Zielgröße, an der ein Blutwert sich als Prädiktor bewähren könnte. Im Einzelfall bleibt die Untersuchung nach dem Lager die Instanz, die zeigt, ob die Vorhersage zugetroffen hat. Die Arbeit ist explorativ und die Stichprobe klein, eine Bestätigung an größeren Kohorten steht aus. (Klügel et al., European Journal of Applied Physiology 126:2553–2562, 2026)

Am Berg zählt das Tempo, nicht der Untergrund

Ein Team um Olaf Ueberschär hat zehn trainierte Läuferinnen, Läufer und Triathleten auf Teneriffa auf rund 50, 1.000 und 2.300 Metern laufen lassen, jeweils auf Asphalt und auf Naturtrail, bei drei individuell festgelegten Tempi.

Das Ergebnis räumt mit einer verbreiteten Annahme auf. Der Untergrund machte keinen statistisch belegbaren Unterschied, weder bei der Schrittfrequenz noch bei der Aufprallbelastung an der Tibia noch bei der Seitenasymmetrie. Trail war in dieser Untersuchung nicht gelenkschonender als Asphalt. Die mechanische Belastung wurde weit überwiegend vom Tempo bestimmt: plus 2,2 Schritte pro Minute und plus 0,9 g Spitzenbeschleunigung je zusätzlichem km/h. Der Höheneffekt fiel klein aus, 1,1 Schritte weniger je 1.000 Höhenmeter.

Für die Trainingspraxis heißt das nach Einschätzung der Autoren, dass die mechanische Belastung im Höhenlager über das Tempo gesteuert wird und nicht über die Streckenwahl. Als Orientierung für die Anpassung nennen sie rund drei Prozent langsamer je 1.000 Höhenmeter. Bei 4:15 min/km wären das etwa 15 Sekunden mehr pro Kilometer auf 2.000 Metern.

Die Tempovorgaben für alle 180 Feldläufe stammten aus den individuellen ventilatorischen Schwellen einer einzigen Spiroergometrie am METAMAX® 3B im Labor, ausgewertet von zwei Personen unabhängig voneinander. Eine erneute Schwellenbestimmung auf jeder Höhenstufe wäre den Autoren zufolge wünschenswert gewesen, ließ sich praktisch aber nicht umsetzen. (Ueberschär et al., Sensors 26(1):276, 2026)

Ein Testprotokoll kann zur Aufgabe passen

Spezialkräfte laufen im Einsatz weder eben noch ohne Gepäck. Ein Standardprotokoll bildet also genau die Bedingungen nicht ab, die den Beruf ausmachen. Wer stattdessen ein eigenes Protokoll entwirft, steht vor der Frage, wie sich die Ergebnisse noch einordnen lassen.

Ein Team um Alain Dössegger ist dieser Frage nachgegangen. Das entwickelte Protokoll hält das Tempo konstant bei 8 km/h und steigert stattdessen die Neigung um ein Grad pro Minute, getragen wird eine Weste mit 12,6 Kilogramm. Gegenübergestellt wurde das etablierte Geschwindigkeitsprotokoll von Swiss Olympic. 23 Trainierte, darunter aktive Spezialkräfte, absolvierten beide Tests in zufälliger Reihenfolge.

Die V̇O₂max unterschied sich zwischen beiden Protokollen um 0,2 ml·kg⁻¹·min⁻¹ (95-Prozent-Konfidenzintervall minus 1,3 bis 0,9). An der zweiten ventilatorischen Schwelle und bei den Herzfrequenzen lagen die Werte innerhalb des vorab festgelegten Toleranzbereichs, die V̇O₂ an der ersten Schwelle knapp außerhalb. Vermutlich verändern Weste und Steigung die Atemmechanik im moderaten Bereich.

Die Autoren halten das Protokoll damit für geeignet, die maximale Sauerstoffaufnahme von Einsatzkräften und von Athletinnen und Athleten zu erfassen, die Last über Steigungen tragen, etwa bei Militärausdauerwettkämpfen oder Hike-and-Fly-Rennen. Es bildet die reale Anforderung ab und liefert zugleich Werte, die sich zu Ergebnissen aus dem Standardprotokoll in Beziehung setzen lassen. Eine Bestätigung an größeren und homogeneren Stichproben steht auch hier aus. (Dössegger et al., Military Medicine 191(5-6):e1086–e1094, 2026)

Das geteilte Problem

Was die drei Arbeiten verbindet, ist die Standardsituation, die es nicht mehr gibt. Bei Klügel liegen zwischen den beiden Untersuchungen fünf Wochen und ein Höhenlager. Bei Ueberschär strukturieren die Schwellenwerte aus einem Labortest anschließend Feldläufe auf drei Höhenstufen. Bei Dössegger steht ein frei definiertes Protokoll gegen einen nationalen Standard, gemessen mit zwei verschiedenen CORTEX-Systemen und ausgewertet in MetaSoft® Studio. Jede der drei Fragen setzte voraus, dass sich das Protokoll der Bedingung anpassen ließ.

Diese und rund 400 weitere Arbeiten finden Sie in unserer Publikationsdatenbank, filterbar nach Jahr, System und Anwendungsbereich. Wenn Sie an einer eigenen Fragestellung arbeiten, sprechen Sie uns an.

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